Kräuterkunde

Löwenzahn

 

der Tausendsassa 

Einer einzigen Löwenzahnblüte entfliegen zwischen 200 und 500 perfekte Minifallschirmchen mit Springer (Samen) darunter.

Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb der Löwenzahn auf der nördlichen Erdhalbkugel so erfolgreich ist. Gut, dass er es ist, so können wir reichlich Delikatessen auf dem Gartenrasen ernten.

Wiesensalbeiblüte

- leuchtendes Blau

Die Wiesensalbeiblüte ist ein Musterbeispiel für Befruchtung und Hebelwirkung. Mit einem festen Grashalm spielt man ankommende Hummel. Mit der Spitze drückt man auf die Platte, die den Schlund versperrt. Das auf der Blüte gelandete Insekt streckt seinen Rüssel dem Nektar entgegen, und löst damit den Hebelmechanismus der Staubblätter aus. Diese senken sich wie ein Schlagbaum auf den Rücken bzw. den Hinterleib des Insektes bzw. des Grashalms und pudern diesen mit Pollenstaub ein. Bei älteren Blüten funktioniert dieser „Schlagbaum“ nicht mehr. Wie eine Schlangenzunge ragt dann der Griffel mit den beiden Nabenlappen weit aus der Blüte und nimmt bei einer Insektenlandung den von anderen Blüten mitgebrachten Pollen auf.

 

Waldmeister

 

"Schüttle den perlenden Wein auf das Waldmeisterlein"

Dieses einfache Bowlenrezept stammt aus dem Jahre 854 von dem Prümer Benediktinermönsch Wandalbertus. Er konnte damals nicht wissen, dass der Inhaltsstoff Cumarin ziemlich genau 1150 Jahre später einmal in Verruf geräten würde.

Der natürliche, sekundäre Planzenstoff, der so angenehm nach Heu duftet, ist im Waldmeister, einigen Gräsern, im Steinklee aber auch u.a. im Zimt meist als Glykosid gespeichert und wird erst bei Zerstörung der Zelle durch Zerkleinerung oder auch Trocknung enzymatisch freigesetzt.

Um ein Zuviel an Cumarin brauchen wir uns bei der geschmacklich ausgewogenen Menge von drei Gramm Kraut (13 Stengel) pro Liter Bowle keine Gedanken zu machen und sollte am nächsten Tag doch der Kopf schmerzen, so ist das wohl eher Folge eines zu heftigen Alkoholgenusses, weil man von der süffigen Bowle nicht vor dem letzten Tropfen lassen konnte. Wohl bekomm’s.

Bärlauch

- Verwechslung mit Herbstzeitlose

Bärlauch ist köstlich – Herbstzeitlose tödlich. Alle paar Jahre wieder kommt es vor, dass sich jemand durch diese Verwechslung vergiftet. Zwar haben Bärlauch und Herbstzeitlose unterschiedliche Biotope, trotzdem kommt es vor, dass sie nebeneinander stehen, wie hier auf dem Foto zu sehen ist.

Wichtig: nicht gierig im Bärlauch pflücken, sondern hier ein Blättchen, da ein Blättchen – man braucht ja wirklich nicht viel zum Würzen – und dabei auf Geräusch und Fingerspitzengefühl achten. Dieses Vorgehen schon die Umwelt und die eigene Gesundheit. Das Tipp mit dem typischen Knoblauchgeruch ist etwas kurz gedacht, weil nach drei gepflückten Bärlauchblättchen, die Finger bis zur nächsten Wäsche köstlich nach Lauch duften, egal was man pflückt.

Im Zweifelsfall lassen Sie sich von einer Kräuterpädagogin ins Un-Kraut führen.

 

Waldbingelkraut

- Klettfrüchtchen, für Hundehalter echt nervig

Die paarig angeordneten Früchtchen der weiblichen Pflanzen ähneln Hoden und wurden nicht nur im alten Griechenland schwangeren Frauen verabreicht, um damit eine männliche Nachkommenschaft zu befördern. Von Nachahmungen sei hier abgeraten, zum einen ist die Wirksamkeit eines solchen „Zaubers“ doch sehr fraglich, zum anderen sind einige Inhaltsstoffe durchaus als zellschädigend einzustufen.

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